Initiative Finanzstandort Deutschland formuliert Erwartungen an die neue EU-Kommission

Frankfurt am Main (ots) -

   - IFD-Positionspapier "Erwartungen an die neue Europäische 
     Kommission" veröffentlicht
   - Berücksichtigung von Grundprinzipien bei
     Neuordnung globaler Rahmenbedingungen essentiell 

Die in der Initiative Finanzstandort Deutschland (IFD) zusammengeschlossenen Vertreter der deutschen Finanzwirtschaft haben ihre Erwartungen an die Europäische Kommissionin einem Positionspapier veröffentlicht. Prinzipiell befürwortet und unterstützt die IFD die bisher zur Bewältigung der Finanzkrise initiierten Maßnahmen. Dabei wurde teilweise regulatorisches Neuland betreten. Hier ist es der IFD wichtig, dass bei der grundlegenden Neuordnung der Rahmenbedingungen für die globalen Finanzmärkte wesentliche Grundprinzipien berücksichtigt werden. Im Kern geht es um:

   -       Internationale Abstimmung: Implementierung auf 
           konsistenter Grundlage mit ausreichenden Umsetzungsfristen
   -       Wahrung der Marktintegration: Kein Rückzug in nationale 
           Grenzen; Beachtung der Prinzipen der "offenen sozialen 
           Marktwirtschaft" und des "freien Kapitalverkehrs"
   -       Sicherung des Wettbewerbs: Staatliche Maßnahmen dürfen 
           keine wettbewerbsverzerrenden Wirkungen entfalten
   -       Zeitpunkt und Gesamtwirkung regulatorischer Maßnahmen: 
           Maßnahmen müssen mit Rücksicht auf die jeweilige Marktlage
           implementiert werden, um keine krisenverstärkende Wirkung 
           zu entfalten
   -       Rechtzeitige Exit-Strategie: Staatliche 
           Unterstützungsmaßnahmen können lediglich einen temporären 
           Charakter haben 

In Bezug auf die Vergütung sieht die IFD entsprechend der Selbstverpflichtungserklärung der G 20-relevanten Unternehmen eine enge Verknüpfung von Vergütungsanreizen mit nachhaltig erzielbarem Unternehmenserfolg als zentrales Handlungsfeld. Des Weiteren muss die bisherige makroprudentielle Aufsicht um zusätzliche Mechanismen zur Sicherung der Stabilität des gesamten Finanzsystems erweitert werden. Hierbei fordert die IFD eine umfassende Identifizierung der systemischen Risiken. Mit Blick auf die geplante Verschärfung der Liquiditätsanforderungen und Eigenkapitalvorschriften betont die IFD die Notwendigkeit einer sorgfältigen Auswirkungsanalyse und einer international konsistenten Umsetzung.

"Unsere Erwartungen an die EU-Kommission decken sich auch mit den Themen, die sich die IFD als Agenda für das Jahr 2010 gesetzt hat", sagte Wolfgang Kirsch, Vorstandsvorsitzender der DZ BANK AG und neuer Lead-Initiator der IFD. "Zentrale Aufgabe der Banken wird das Zurückgewinnen von Vertrauen sein. Wir werden daran arbeiten, dass wir wieder als verlässliche Partner für Privat- und Firmenkunden wahrgenommen werden."

Laut IFD hat die deutsche Finanzwirtschaft die Pflicht und Aufgabe, ihren Kunden Produkte anzubieten, die im Interesse der Kunden ein angemessenes und transparentes Chancen-Risiko-Profil aufweisen. "Hier wird die IFD ihren Beitrag leisten", so Wolfgang Kirsch.

Hinweis: Das Positionspapier "Erwartungen an die neue Europäische Kommission" kann bei der IFD angefordert werden und ist unter www.finanzstandort.de abrufbar.

Über die IFD

Die IFD wurde 2003 ins Leben gerufen, um mit Innovationen und gemeinsamen Aktivitäten einen Beitrag zur Stärkung des deutschen Finanzstandorts zu leisten und damit Ideengeber und Katalysator für Fortschritt mit Ziel eines nachhaltigen Wachstums zu sein. IFD-Mitglieder sind Kreditinstitute und Unternehmen der Versicherungswirtschaft gemeinsam mit Verbänden der Finanzwirtschaft, der Deutschen Börse, der Deutschen Bundesbank und dem Bundesministerium der Finanzen. Mehr als 200 Experten aus den IFD-Mitgliedshäusern widmen sich Themen rund um die Schwerpunkte "Stärkung des Wachstums", "Förderung von Innovation" sowie "Mitgestaltung der Europäischen Finanzmarktintegration".

Die Mitglieder der IFD

Allianz, Bayerische Landesbank, Bundesministerium der Finanzen, Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken, Bundesverband deutscher Banken, Commerzbank, DekaBank, Deutsche Bank, Deutsche Börse, Deutsche Bundesbank, Deutsche Postbank, Deutscher Sparkassen- und Giroverband, DZ BANK, Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft, HypoVereinsbank, KfW Bankengruppe, Morgan Stanley, Munich Re.

Assoziierte Mitglieder der IFD:

Bank of America, Citigroup, Dexia, Goldman Sachs, J.P. Morgan, UBS

Pressekontakt:

Kontakt für die IFD:
Die PR-Steuerungsgruppe:

Christian Achilles, Deutscher Sparkassen- und Giroverband,
Tel. (030) 20 22 55 100
Iris Bethge, Bundesverband deutscher Banken,
Tel. (030) 16 63 12 00
Claudia Bresgen, HypoVereinsbank,
Tel. (089) 37 82 55 54
Dr. Frank Herkenhoff, Deutsche Börse,
Tel. (069) 21 11 34 80
Dr. Michael Helbig, KfW Bankengruppe,
Tel. (069) 74 31 96 31
Dr. Rolf Kiefer, DekaBank,
Tel. (069) 71 47 79 18
Roland Klein, CNC,
Tel. (089) 59 94 58 122
Dr. Christian Lawrence, Munich Re,
Tel. (089) 38 91 54 00
Annika Müller de Vries, Deutsche Bundesbank,
Tel. (069) 95 66 40 65
Ulrike Pott, Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft, 
Tel. (030) 20 20 51 10
Matthias Priwitzer, Bayerische Landesbank,
Tel. (089) 21 71 21 255
Reiner Roßmann, Commerzbank,
Tel. (069) 13 64 66 46
Dr. Detlev Rahmsdorf, Deutsche Bank,
Tel. (069) 91 03 64 24
Martin Roth, DZ BANK,
Tel. (069) 74 47 42 750
Melanie Schmergal, Bundesverband der Deutschen Volksbanken und 
Raiffeisenbanken,
Tel. (030) 20 21 13 20
Jeanette Schwamberger, Bundesministerium der Finanzen,
Tel. (030) 18 68 22 543
Elke Strothmann, Morgan Stanley,
Tel. (069) 21 66 15 53
Dr. Lorenz Weimann, Allianz,
Tel. (089) 38 00 16 891