Westdeutsche Allgemeine Zeitung

WAZ: Jetzt setzt die EU auf Trump - Kommentar von Stefan Schulte zum Streit ums Gas

Essen (ots) - Dass den Amerikanern nicht bewusst gewesen sein könnte, dass sie mit ihren verschärften Russland-Sanktionen im Energiesektor auch europäische Firmen treffen, mag glauben, wer will. Allmählich müsste die Botschaft aus Brüssel den Weg über den Teich geschafft haben: Die EU wertet die US-Pläne als Kampfansage und gibt sich bereit, in einen Handelskrieg einzutreten. Anders lassen sich die von Juncker angedrohten Vergeltungsmaßnahmen nicht deuten. Zumal der amerikanische Hintergedanke, mehr eigenes Gas zu verkaufen, denkbar offensichtlich ist.

Die Europäer haben lange genug gezögert. Was daran liegt, dass die Ostseepipeline auch in der EU umstritten ist. Neben deutschen beteiligen sich zwar auch französische, österreichische und britische Konzerne. Doch vor allem Polen und Balten geht der Einfluss Russlands zu weit. So verständlich das aus ihrer Sicht sein mag - dieser Zwist ist Sache der Europäer. Machen die USA mit den Russland-Sanktionen auch Politik gegen hiesige Unternehmen, muss die EU reagieren. Dass sie nun hofft, Trump möge das Gesetz ob seiner Putin-Nähe kippen, ist freilich von selten absurdem Zynismus.

Pressekontakt:

Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 - 804 6519
zentralredaktion@waz.de

Original-Content von: Westdeutsche Allgemeine Zeitung, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Westdeutsche Allgemeine Zeitung

Das könnte Sie auch interessieren: