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WAZ: Hoffen auf die Bahn von morgen - Kommentar von Matthias Korfmann zum Schienenbericht

Essen (ots) - Ist die Bahn im Nahverkehr ein gutes Verkehrsmittel? Nimmt man die reinen Zahlen, dann scheint es so zu sein. Immer mehr Menschen fahren mit dem Regionalexpress zum Beispiel von Dortmund nach Duisburg, pendeln im Zug zur Arbeit und zurück, rollen mit der S-Bahn zur Uni. Die Wenigsten dürften dies allerdings tun, weil es ihnen so viel Freude bereitet. Sie fahren Bahn, weil Autofahren zuweilen noch ärgerlicher und fast immer teurer ist.

Der Aufenthalt in einem überfüllten Regionalzug morgens um acht oder nachmittags gegen fünf ist relativ spaßfrei. Und wenn der RE oder die RB dann noch auf einen oder zwei ICE warten muss, dann sinkt die "Kundenzufriedenheit" bis unters Gleisbett. Die Bahn könnte ein hervorragendes Verkehrsmittel sein. Vielleicht wird sie es sogar in ein paar Jahren. Wenn die ganzen Baustellen von morgen Geschichte sind, wenn der RRX erst doppelstöckig durch NRW rauscht, wenn wieder genügend Lokführer da sind, die die vielen Lokomotiven fahren können, dann könnte das Bahnfahren Spaß machen.

Bis dahin müssen wir wohl die Zähne zusammenbeißen, im Mehrzweckabteil soziale Kontakte pflegen und von jenen Zeiten träumen, in denen alle vom Wetter redeten, nur die Bahn nicht.

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