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WAZ: Misere mit Ansage - Kommentar von Stephanie Weltmann zu Spielhallen in NRW

Essen (ots) - Als in den Innenstädten des Ruhrgebiets der Einzelhandel schwächelte, da waren Spielhallen als neue Mieter in den leerstehenden Ladenzeilen gern gesehen. Den Immobilienbesitzern brachten sie verlässliche Mieten ein, den Städten ein nicht zu verachtendes Plus auf dem Konto. Insofern ist es sogar verständlich, dass sich die Glücksspielbetriebe gegen neue Regeln wehren, die ihnen das lange leicht gemachte Geschäft nun erschweren.

Doch das ist nur ein Teil der Geschichte. Zu ihr gehört auch, dass die jetzt beklagten Gesetzesverschärfungen bereits seit fünf Jahren angekündigt sind. Diese satte Schonfrist hatte der Gesetzgeber für bestehende Spielhallen eingeräumt, als der Glücksspielstaatsvertrag 2012 zur Eindämmung der Wettsucht in NRW verabschiedet wurde.

Betreiber sollten eben nicht von heute auf morgen ihre Läden dicht machen und ihre Angestellten vor die Tür setzen müssen. Sie erhielten eine Übergangsfrist, um alte Spielstätten an den künftigen Anforderungen neu auszurichten. In weiten Teilen haben die Unternehmen das offenbar nicht getan. Sie haben gepokert, geklagt und gehofft, dass sich das Blatt noch wenden lasse. Das war vertane Zeit.

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