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WAZ: Schwierige Beweislage - Kommentar von Stefan Wette

Essen (ots) - Große Empörung wird die Einstellung des Verfahrens gegen Thomas Middelhoff nicht auslösen. Es hätte kaum Sinn ergeben, wenn nach einem Jahr Prozess seine Strafe um ein halbes Jahr aufgestockt würde. In der Öffentlichkeit überwiegt der Eindruck, dass es für den körperlich angeschlagenen Ex-Manager reicht. So tief wie er ist kaum eine Führungskraft gefallen.

Umstrittener wird sein, warum das Gericht in den nächsten Tagen die Verfahren gegen die Aufsichtsräte einstellen will. Hintergrund könnte die schwierige Beweislage sein. Es hat sich strafrechtlich zwar viel geändert, wenn es um die Handlungen von Managern geht. Das zeigen ja die drei Jahre Haft für Middelhoff, weil er den Konzern mit Privatkosten belastet hatte. Doch die Anforderungen an einen Schuldspruch sind hoch.

Vielleicht wird das Essener Landgericht die Einstellung des Verfahrens gegen die Aufsichtsräte zu einer ausführlichen Begründung nutzen. Damit nicht der Eindruck entsteht, es dürfe Firmengeld verschleudert werden, für das die Arbeitnehmer zahlen müssen.

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