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WAZ: Bärendienst für Volkswagen - Kommentar von Frank Meßing zu Winterkorns Rente

Essen (ots) - Martin Winterkorn hat offenbar alles richtig gemacht: Wegen der Dieselaffäre bei Volkswagen zurückgetreten, erhält der frühere Vorstandschef als Pensionär nun eine satte Betriebsrente von 93.000 Euro pro Monat oder 3100 Euro täglich. Immerhin war Winterkorn ja 35 Jahre lang Mitarbeiter von VW, heißt es. Dass ein einfacher Werkzeugmacher durchschnittlich nur 700 Euro Betriebsrente pro Monat oder 23 Euro am Tag erhält, scheint in diesem teilstaatlichen Konzern niemand zu stören. Die Manipulation von Abgasdaten kostet das Unternehmen aus Wolfsburg ohnehin etliche Milliarden. Da kommt es auf 1,6 Millionen Euro jährlich für den Ex-Chef auch nicht mehr an. Wie zynisch.

Es mag ja sein, dass Winterkorn formal ein Anrecht auf die Betriebsrente hat. Moralisch erweist er dem angeschlagenen Autobauer, der aktuell bis zu 30.000 Stellen abbauen will, einen Bärendienst, sollte er die Betriebsrente tatsächlich annehmen. In Winterkorns Amtszeit ist VW in die schwerste Krise seiner Konzerngeschichte geraten. Es ist nicht vermittelbar, dass er als Rentner nun fürstlich entlohnt werden soll.

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