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WAZ: Furcht verwandelt sich in Aggression - Kommentar von Lutz Heuken zur Globalisierung

Essen (ots) - Wird es meinen Job in drei Jahren noch geben? Verlagert mein Unternehmen seine Produktion ins Ausland? Kann ich mit meinen Qualifikationen künftig überhaupt noch auf dem Arbeitsmarkt konkurrieren? Es gibt gute Gründe, die Folgen der Globalisierung auch kritisch zu sehen. Es ist auch nur logisch, dass diese Furcht bei Älteren und weniger Gebildeten größer ist: Für sie ist es ungleich schwerer, sich den neuen Herausforderungen anzupassen.

Einen akzeptablen Grund, seine Aversion oder gar Aggression gegen noch Schwächere zu richten, liefern die Ängste indes nicht. Flüchtlinge, Hartz-IV-Bezieher, Obdachlose: Sie alle sind nicht Urheber oder Profiteure der Globalisierung, viele von ihnen aber sind deren Opfer.

Natürlich haben sich die etablierten Parteien bislang viel zu wenig um die Schattenseiten des rasanten Wandels von Ökonomie und Gesellschaft gekümmert. Wo finden die "kleinen Leute" heute noch eine Heimat? Das muss sich - nicht nur, aber besonders - die SPD fragen lassen. Das Feld darf nicht den Vereinfachern und Hetzern überlassen werden, denen die Menschen und ihre Sorgen letztlich völlig egal sind.

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