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WAZ: Alarmzeichen für das Land - Kommentar von Tobias Blasius zur Ganztagsschule

Essen (ots) - Die Wohlfahrtsverbände sind bei den Offenen Ganztagsgrundschulen (OGS) das, was man neudeutsch "systemrelevant" nennt. Sie organisieren die Nachmittagsbetreuung für einen Großteil der mehr als 300.000 OGS-Kinder in NRW, wirken mithin in Tausende Familien des Landes hinein.

Dass ausgerechnet sie nun vor einem "Kollaps" warnen, eine systematische Unterfinanzierung der OGS beklagen und eine Großkampagne im Wahljahr ankündigen, muss einer Landesregierung, die sich "Kein Kind zurücklassen" auf die Fahne geschrieben hat, zu denken geben. In bald sieben Regierungsjahren ist es offenbar nicht gelungen, die Freien Träger als wichtigste Partner an einer entscheidenden Bildungsweg-Gabelung gerade für benachteiligte Kinder mitzunehmen.

Es ist kaum mehr zu übersehen, dass Bildungschancen inzwischen stark vom Wohnort abhängen. Finanzschwache Städte können aufwändige Angebote am Nachmittag oft nicht bezahlen. Dabei hätten Kinder aus bildungsfernen Familien, die dort überproportional beheimatet sind, besondere Förderung und Anregung so bitter nötig. Diese Negativspirale deprimiert nicht nur Wohlfahrtsverbände.

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