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WAZ: Regierungs-PR mit Steuerfahndern - Kommentar von Tobias Blasius zu Steuern

Essen (ots) - Das Jubiläum ist selbst für den Kölner Norbert Walter-Borjans etwas zu krumm, aber es passt ihm ins Kalkül: Eine Ermittlungsgruppe aus Steuerfahndung und Landeskriminalamt feierte ihr gut 18-monatiges Bestehen, was der Finanzminister öffentlich angemessen begehen wollte. Gemeinsam mit Innenminister Ralf Jäger, der gute Schlagzeilen ebenfalls gebrauchen kann. Es vergeht kaum noch eine Woche, in der nicht schaudernd über Daten-CDs und die verkommene Welt der "großen und kleinen Hoeneße" (O-Ton Walter-Borjans) berichtet wird.

Die Vernetzung des Spezialwissens ist die richtige Antwort auf immer professionellere Schwarzgeld-Kreisläufe. Die Bündelung von Fachwissen und Befugnissen auf einem Behördenflur verhindert Reibungsverluste, die man sich gegen eine internationale Betrugsindustrie nicht mehr leisten kann. Walter-Borjans besitzt als Jäger der Steuerbetrüger hohe Glaubwürdigkeit, weil er die Kavallerie schon ausreiten lassen wollte, als das Schwarzgeldkonto in der Schweiz von besseren Kreisen noch hüstelnd als Notwehr gegen den gefräßigen Staat toleriert wurde. Er muss aber doch aufpassen, dass ihm sein Kerngeschäft nicht vollends aus dem Blick gerät. Das liegt nicht allein in der Vermarktung von Steuerfahndungserfolgen.

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