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WAZ: Die SPD macht sich zu klein. Kommentar von Miguel Sanches zur SPD

Essen (ots) - Die Eine-Million-Euro-Frage der SPD lautet: Wie schlagen wir Angela Merkel? Torsten Albig meint: Gar nicht. Eine furchtbare Antwort. Sie ist ehrlich, aber abtörnend. So wie er denken viele. Das wird SPD-Chef Gabriel um den Schlaf bringen. Aber nicht er, Albig gehört auf die Couch. Die CDU-Kanzlerin regiert ruhig, unaufgeregt. Und mit SPD-Inhalten. Schon 2014 hatte sich der Kieler Ministerpräsident als Fan geoutet. Albig verhält sich wie einer, der einen Krimi von hinten liest und die Auflösung verrät. So könnte es 2017 ablaufen, genau so: Die SPD verteidigt ihre Juniorrolle in der Großen Koalition. So kann man enden. So darf man aber nicht in den Wahlkampf ziehen. Es wäre Selbstaufgabe. Die Verzwergung des Partners ist ein Problem, das die SPD in der letzten Koalition mit Merkel erlebt hat und das der FDP gar den parlamentarischen Garaus machte. Das Kanzleramt zieht die Macht an sich, der mediale Hang zur Personalisierung fördert das. Merkel hat eine ausgleichende Art - das wird in Deutschland mehr als woanders geschätzt. Die drei Aspekte wirken zusammen und potenzieren sich. Darauf hatte die SPD weder beim letzten Mal noch in der jetzigen Auflage der Großen Koalition eine Antwort. Sie ließ sich ohne eine Exit-Strategie darauf ein. Es ist schwierig, eine Kanzlerin zu attackieren, mit der man vertrauensvoll zusammenarbeitet. Hannelore Kraft hat das Problem 2013 gesehen, zumindest gespürt, aber nicht verhindern wollen. Sie hat ihre Kräfte richtig eingeschätzt. Aber es ist eine Ironie des Schicksals, dass sie der SPD am ehesten einen Ausweg aufzeigen kann. 2017 wird in NRW gewählt, ein Dreier-Bündnis, mit den Grünen und FDP oder der Linkspartei wäre ein Fingerzeig. Eine Mehrheit jenseits der Union ist möglich. Es ist eine Frage der Partner und der Motivation, der Mobilisierung. Albig verkennt das. Es ist zu früh, das Rennen verloren zu geben. Die SPD muss sich aber beeilen und klären, mit welchen Inhalten und Partnern sie Merkel verdrängen will. Und mit welchem Herausforderer, der selbstredend kein Zählkandidat sein muss. Die SPD sollte sich nicht klein machen.

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