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WAZ: Versagen in Sachen Arcandor. Kommentar von Ulf Meinke zum Sal.Oppenheim-Prozess

Essen (ots) - Es ist ein weiteres Kapitel in der juristischen Aufarbeitung der Arcandor-Pleite. Das Kölner Landgericht hat vier Ex-Chefs der Privatbank Sal. Oppenheim zu Freiheitsstrafen verurteilt, drei davon zur Bewährung. Es ging auch um die riskanten Geschäfte rund um den einstigen Karstadt-Quelle-Konzern, der später als Arcandor AG zusammenbrach. Sal. Oppenheim hatte sich über Engagements ihrer Großkundin Madeleine Schickedanz eng mit dem Essener Handelskonzern verbunden. Am Ende geriet die feine Gesellschaft rund um Schickedanz, Sal. Oppenheim und Arcandor-Chef Thomas Middelhoff in einen Abwärtssog. Sal. Oppenheim, zwischenzeitlich Deutschlands größte Privatbank, gibt es nicht mehr. Auch vom Firmenimperium Karstadt-Quelle, zu dem in früheren Zeiten 100000 Beschäftigte zählten, ist wenig geblieben. Die Akteure in der Arcandor-Krise haben in vielerlei Hinsicht versagt. Eine Verquickung privater und beruflicher Interessen, strategische Fehleinschätzungen und ein allzu sorgloser Umgang mit dem Geld anderer Leute waren fatal. Der Schaden, der in den Unternehmen entstanden ist, lässt sich kaum mit juristischen Mitteln ermessen. Dennoch ist es gut, dass es nun erste Richtersprüche gibt.

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