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WAZ: Wovon wir nicht Abschied nehmen. Kommentar Lars von der Gönna über Tugces Beisetzung

Essen (ots) - Wovon die Menschen am Mittwoch in Hessen Abschied genommen haben: von einer Frau mit viel Herz und sehr viel Mut. Von einem Menschen, der den tragischsten Grund von Bekanntheit erreicht hat, den es gibt: Tugce Albayrak wurde eine Heldin, weil sie für andere ihr Leben ließ. Aber ihrer künftig allein deswegen zu gedenken, würde ihr wohl nicht gerecht. Denn so wie Tugce Zivilcourage gezeigt hat, war es für sie vermutlich keine Ausnahme. So wie diese Frau spontan für andere eintrat, wird es nicht das erste Mal gewesen sein - zuvor sicher weniger gefährlich, aber ernst zu nehmen und wichtig genug, den Anfängen zu wehren. Damit war Tugce in Gesellschaft Tausender in diesem Land, die täglich mithelfen, dass wir nicht erkalten, nicht blind werden beim Blick auf Verrohung, Gewalt - auf die Abkehr von Humanität im Miteinander. Sie tun es nicht, um Helden zu sein. Sie tun es, um Menschen zu sein. Wovon also Deutschland gestern nicht Abschied genommen hat: von der Bereitschaft, jeden Tag Herz und Mut zu zeigen. Sich Tugces zu erinnern heißt auch, daran zu denken, wie oft es anders ist - wenn man eingreift, hilft und das Gute siegt.

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