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WAZ: Bröckeln der letzten Schul-Bastion. Kommentar von Theo Schumacher

Essen (ots) - Man muss nicht - wie einige übereifrige Genossen - die Religionskriege bemühen, um daraus die Forderung nach Abschaffung konfessioneller Grundschulen abzuleiten. Je ideologiefreier die politische Debatte geführt wird, umso mehr Aussicht auf Erfolg hat sie. Die Richtung aber stimmt.

Praktische Gründe für die Umwandlung von Bekenntnisgrundschulen gibt es zuhauf. Sie speisen sich zu hundert Prozent aus staatlichen Zuschüssen. Wieso aber sollte ein Moslem einsehen, dass sein Kind an einer Schule abgewiesen wird, die er mit seinem Steuergeld bezahlt? Seit Jahren wird beklagt, viele Rektorensessel könnten nicht besetzt werden, weil Personal fehlt. Dennoch leisten sich Grundschulen den Luxus, qualifizierte Bewerber abzulehnen, weil sie nicht katholisch sind. Oder evangelisch.

Betrachten wir die Sache aus Sicht der Kinder, denn darum sollte es ja gehen. Schülerzahlen sinken, Schulen schließen. Das Angebot wird dünner. Da ist es nicht hinnehmbar, Sechsjährige ins Nachbardorf zu schicken, weil die einzige Schule vor Ort sich abschottet. Es gibt Korrekturbedarf, auch die Kirchen haben es erkannt. Ihre letzte Bastion in den Schulen bröckelt.

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