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WAZ: Vom Umgang mit dem Streikrecht. Kommentar von Stefan Schulte

Essen (ots) - Jeder Arbeitnehmer in Deutschland hat die Freiheit, sich einer Gewerkschaft seiner Wahl anzuschließen. Und wenn die ihn dazu aufruft, hat er das Grundrecht zu streiken. Daran gibt es nichts zu rütteln, weshalb zwar immer wieder Rufe nach einer gesetzlichen Tarifeinheit laut werden, aber genauso oft verhallen werden. In Deutschland wird es auch künftig Spartengewerkschaften geben und damit immer mal wieder auch Streiks von kleinen, aber schlagkräftigen Gruppen. Zum Beispiel von Lokführern, die den Bahnverkehr lahmlegen. Doch kein noch so schützenswertes Grundrecht entbindet den, der sich darauf beruft, von seiner eigenen Verantwortung für einen angemessenen Umgang damit. In der Lokführergewerkschaft ist davon derzeit nicht viel zu sehen. Wer morgens ankündigt, nur den Güterverkehr zu bestreiken und abends Tausende Pendler sitzen lässt, kann kaum Verständnis erwarten. Die GDL wird auch mit dem wildesten Ausstand das Grundrecht auf Streik nicht ins Wanken bringen. Aber sie ist dabei, dessen Akzeptanz zu beschädigen. Und das steht keiner Gewerkschaft gut zu Gesicht.

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