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WAZ: Eigentümer lassen Karstadt im Stich - Kommentar von Frank Meßing

Essen (ots) - Schlechte Nachrichten aus dem Hause Karstadt sind keine Seltenheit. Middelhoff-Eskapaden, Insolvenz und tiefe Enttäuschung nach der Rettung durch den Milliardär Berggruen sind nur einige Beispiele. In der Haut der Mitarbeiter, die täglich freundlich Kunden bedienen und seit Jahren auf Gehalt verzichten, will man nicht stecken.

Während der einstige Hoffnungsträger Berggruen monatlich eine Million Euro allein für Namensrechte saugt, schrumpft die Kasse mit Barreserven bedrohlich zusammen. Karstadt steht einmal mehr am Abgrund. Auf spürbare Investitionen der Eigentümer Berggruen und Benko wartet man vergeblich. Stattdessen leistet sich der Essener Konzern eine Debatte um Eva-Lotta Sjöstedt, die gerade einmal vier Monate an Bord ist. In der kurzen Zeit hat sie sich die Sympathie der Mitarbeiter und Kunden erarbeitet.

Da fällt plötzlich auf, dass Sjö-stedt nicht die Saniererin ist, die Karstadt aus den roten Zahlen zu befreien mag. Wie verlogen. Die roten Zahlen hat nicht Sjöstedt zu verantworten. Die Eigentümer lassen Karstadt im Stich, weil sie Geld aus dem Unternehmen ziehen, anstatt die Neuausrichtung zu ermöglichen.

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