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WAZ: Kleinkarierte Bildungspolitik. Kommentar von Birgitta Stauber-Klein

Essen (ots) - Die Bayern mögen besser sein. Die Berliner mögen es schwerer haben, die Nordrhein-Westfalen auf dem richtigen Weg sein. Es gibt viele gute Gründe, das jeweilige Bildungssystem zu loben. Zufrieden aber sind die beteiligten Schüler, Lehrer und Eltern selten bis nie. Volksbegehren, Kampagnen, Bürgerinitiativen machen derzeit vor keinem westdeutschen Bundesland halt, meist geht es um das Turbo-Abitur. Da wird erst die Schulzeit verkürzt, dann wieder verlängert. Das Nebeneinander der vielen Schultypen war schon immer verwirrend, inzwischen ist es völlig unübersichtlich geworden. Was völlig fehlt, ist der rote Faden im Bildungswesen. Er ist im föderalen Klein-Klein der Länder verloren gegangen. Die Länder haben die Bildungshoheit. Die Mittel, um bundesweite Standards anzulegen, reichen nicht aus, um das Bildungsgefälle von Süd nach Nord auszugleichen. Das deutsche Bildungswesen ist heillos zerfasert; das ist die Wurzel aller Schwierigkeiten. Wer wirklich etwas für das Schulsystem tun will, der muss sich an die heilige Kuh namens Bildungshoheit heranwagen. Erst dann machen Reformen Sinn.

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