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WAZ: Löhrmanns Rechenfehler. Kommentar von Wilfried Goebels

Essen (ots) - Mit ihrem voreiligen Erlass zur Zwangsanschaffung teurer Edelrechner an den Oberstufen hat sich Schulministerin Löhrmann kräftig verrechnet. Die breite Ablehnungsfront zeigt Wirkung: Die Ministerin rudert nun mit einer Öffnungsklausel zurück und schiebt den Schwarzen Peter an die Schulkonferenzen. Die sollen nun entscheiden, welche schummelsichere Technik im Unterricht zum Einsatz kommt. Zu teuer, unsozial, veraltet - Kosten und Nutzen der grafikfähigen Taschenrechner in der Schule stehen in keinem Verhältnis. Weil Taschenrechner nicht unter die "Lernmittel" fallen, hätten auch Eltern mit wenig Geld zahlen müssen. Wenn in der Oberstufe aber schuleigene Tablet-Computer eingesetzt werden, wird diese soziale Klippe überwunden. Schulen müssen mit der Zeit gehen und moderne Hilfsmittel im Unterricht nutzen. Im Einzelfall kann da ein Förderverein einspringen, wenn die Anschaffung den Etat sprengt. Was aber bei der Debatte um Taschenrechner nicht vergessen werden sollte: Es wäre ein Fehler, wenn mathematische Grundlagen verloren gehen, weil Schüler selbst einfache Rechenaufgaben nur noch mit dem Computer durchführen können. Technik darf eigenes Denken und Verstehen nicht ersetzen.

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