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WAZ: Von Sanktionen und Geschäften. Kommentar von Thomas Wels

Essen (ots) - Es ist ein seltsamer Zufall: Just einen Tag bevor Brüssel und Washington Sanktionen gegen Russland verkünden, gibt RWE den geplanten Verkauf der Gas- und Ölfördertochter Dea an einen russischen Oligarchen bekannt. Daraus folgt: Trotz der Verschärfung der Krise gibt es noch gewöhnliche Geschäfte, die ihren gewöhnlichen Gang gehen. Noch jedenfalls. Denn auch diese leise Drohung ist unüberhörbar: Berlin behält sich die Prüfung vor, was heißt, im Äußersten könne man das Geschäft blockieren. Immerhin geht mit Dea einer der beiden deutschen Förder-Konzerne an einen russischen Oligarchen. Dann bleibt nur noch Wintershall als letzter Gasproduzent. Für RWE ist der Verkauf enorm wichtig. Sollte er schiefgehen, dann wird es eng angesichts des Schuldenbergs von 31 Milliarden Euro, den RWE mit dem Deal abtragen will. Noch erscheint es unwahrscheinlich, dass der Verkauf über die Krim-Krise kippen könnte. Da gibt es wahrlich andere Geschäfte, deren Fragwürdigkeit vor dem Hintergrund der russischen Aggression ins Auge springt: etwa der geplante Verkauf des größten deutschen Erdgasspeichers von Wintershall an Russlands Staatskonzern Gazprom. Mal sehen, was Berlin damit macht.

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