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WAZ: Privatsendern fällt nichts mehr ein. Kommentar von Frank Preuß

Essen (ots) - Fangen wir mit dem Lob zum 30. Geburtstag des Privatfernsehens an: Es hat im zunehmenden Muff von ARD, ZDF und den Dritten in den Achtzigern für einen kurzen Durchzug gesorgt und eine Zeit lang sogar das Tempo diktiert. Aber frech ist es schon lange nicht mehr. Nur noch platt. Und weil selbst die Duldsamsten sich an elefantös dicken Menschen beim Abnehmen, halbnackten Sachsen im Swingerclub, dem amerikanischen Seriengewitter und Dieter Bohlens Gemecker irgendwann sattgesehen haben, laufen den Sendern die Zuschauer in Scharen davon. Neue Ideen? Nichts mehr zu sehen. Die Jungen flüchten längst ins Abruf-TV im Netz. Ein Trend, der anhalten wird. Die Privaten machen sich überflüssig. Schwerer wiegt allerdings, dass RTL und Sat.1 ansteckende Krankheiten verbreitet haben: den Kniefall vor der Quote zum Beispiel, für die Privaten überlebenswichtig, für die Qualität der Öffentlich-Rechtlichen ein lähmendes Gift. Statt sich abzugrenzen, haben sich ARD und ZDF angenähert, RTL kopiert, sogar dessen Personal geschluckt. Dafür zahlt man nicht gerne Gebühren.

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