Westdeutsche Allgemeine Zeitung

WAZ: Weltmoral - Kommentar von Stefan Schulte

Essen (ots) - Werden Nahrungsmittel knapp, werden sie teurer. Das ist zunächst einmal kein Teufelswerk böser Spekulanten, sondern der natürlichste Preismechanismus der Welt. An ihn werden wir uns gewöhnen müssen. Die Flächen unserer Erde sind begrenzt, deren Bevölkerung allerdings wächst und wächst. Ernteausfälle in Jahren wie diesem geben uns nur eine Ahnung von den Verteilungskämpfen der Zukunft. In dieser Ausgangslage lässt sich das Spekulieren mit Nahrungsmitteln trefflich als unethisch geißeln. Es kann ohne Frage die Preisausschläge verstärken. Doch damit sind die Ursachen nicht aus der Welt. Und die werden noch verschärft durch eine politisch gewollte Verknappung der Flächen. Wenn in den USA jeder zweite Maiskolben im Tank landet, stellt sich die Frage nach der Ethik nicht minder. Ein Problem dieses globalen Ausmaßes kann nur global gelöst werden. Dazu gehört, dass die Exportländer ihre Verantwortung als Welternährer annehmen. Exportstopps wie in Russland 2010 können national verständlich, global aber katastrophal sein. Die G20 haben danach ein Frühwarnsystem entwickelt und wollen in diesem Jahr eingreifen. So wie sie 2009 weltweite Regeln für die Finanzmärkte aufstellen wollten.

Pressekontakt:

Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 - 804 6519
zentralredaktion@waz.de

Original-Content von: Westdeutsche Allgemeine Zeitung, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Westdeutsche Allgemeine Zeitung

Das könnte Sie auch interessieren: