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WAZ: Unsitte auf der Vorstandsetage - Kommentar von Ulf Meinke

Essen (ots) - Es sind Klauseln, die Manager regelrecht dazu einladen, eine Firma zu verlassen, um Kasse zu machen. Das Prinzip ist ebenso simpel wie bedenklich: Im Fall eines Eigentümerwechsels im Unternehmen bekommen Führungskräfte die Möglichkeiten, aus eigenem Antrieb zu gehen. Die Höhe der Abfindung steht von vornherein fest. "Change-of-Control-Klauseln" werden diese Vertragspassagen in der Welt der Manager genannt. Man könnte auch von einem Rundum-sorglos-Paket für die Vorstandsetage sprechen. Welche Kosten einem Konzern entstehen können, zeigt der Fall Hochtief. Rund 35 Millionen Euro muss der Essener Baukonzern für den Abschied mehrerer Top-Manager aufbringen. Nach der feindlichen Übernahme durch den spanischen ACS-Konzern nutzen gleich mehrere Vorstandsmitglieder die Gelegenheit, eine satte Prämie zu kassieren. Die rechtlich abgesicherten Millionenzahlungen sind eine weit verbreitete Unsitte in der Wirtschaft. Dabei ist es bizarr, Vorstände dafür zu belohnen, dass ihre Firma Opfer einer Übernahme wird. Es wird Zeit, dass die Klauseln aus den Verträgen der Manager verbannt werden.

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