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WAZ: Gesundheit für alle - Kommentar von Daniel Freudenreich

Essen (ots) - Minister Rösler ist ein bettelarmer Tropf. Die Deutschen wollen keinen Abbau am Gesundheitssystem und sind gegen höhere Beiträge. Sie wollen den Rundum-Sorglos-Schutz, auch wenn das mehr Geld kostet. Das sollen dann doch bitte die Dicken, die Raucher und die Trinker bezahlen, weil sie ihre Gesundheit aufs Spiel setzen. Wenn Rösler seine Reform nach den Wünschen der Bevölkerung gestaltet hätte, dann wäre unser System in einigen Jahren mausetot. Zugegeben - die Deutschen schelten die Rösler-Reformen nicht zu Unrecht. Mit astreiner Klientelpolitik hat die FDP ihre Lieblingsfreunde von den Apotheken geschont. Auch die Pharmariesen sind glimpflich davon gekommen. Aber so einfach, wie es die Bürger gerne hätten, geht es nicht. Was würde es denn bedeuten, wenn diejenigen mehr bezahlen sollen, die ihre Gesundheit selbst gefährden? Trifft das nur auf einen Kettenraucher zu oder auch auf jemanden, der einmal am Tag eine Zigarette raucht? Ist der Bergsteiger eine Gefahr für sich selbst? Und wie sieht es mit dem aus, der gerne mal eine Tafel Schokolade nascht? Nein, allein nach den Wünschen der Bevölkerung darf Rösler keine Gesundheitspolitik machen. Doch völlig unrecht haben die Bürger nicht. Die Lasten der Reform sind ungleich verteilt. Gerecht ist das nicht.

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