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WAZ: Der Tarifkonflikt beim Roten Kreuz - Blutiger Ernst - Kommentar von Dietmar Seher

Essen (ots) - Da fechten Mächtige: Verdi und IG Metall in NRW stehen für die Mehrheit der organisierten Arbeitnehmerschaft. Das Deutsche Rote Kreuz ist der Marktführer beim Handel mit den Blutkonserven. Blutkonserven sind bei uns knapp - und im Vergleich zum Ausland preiswert. Denn das DRK, das keinen Gewinn machen darf, bremst mit seiner Marktmacht den Wettbewerb. Es drückt die Literpreise. Es stabilisiert damit auch die Krankenkassenbeiträge. Das darf es aber nicht zu Lasten seiner Mitarbeiter tun, beklagen die Gewerkschaften, die außerdem eine "Billiggewerkschaft" in der Blutspende-Firma fürchten - eine, die Tarifverträge nach dem Willen des Arbeitgebers abschließt. Und weil sich das DRK hartleibig zeigt, reagieren Verdi und IG Metall noch hartleibiger: mit der Drohung, die Gewinnung des Produkts zu boykottieren. Beim Produkt Schokolade geht das. Auch beim Produkt Stahlbramme: kein Problem. Aber beim Produkt Blut? Die beiden Seiten gehen mit der Eskalation ihres Konflikts einen sehr gefährlichen Weg. Er kann, im Extremfall, Menschenleben kosten. Sehr vernünftige, erfahrene Leute stehen bei Gewerkschaften wie beim Roten Kreuz an der Spitze. Der Streit muss Chefsache sein.

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