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WAZ: Landschaftsverband in Finanznot - Es trifft die Schwächsten. Kommentar von Matthias Korfmann

Essen (ots) - Die Liste ist lang, und in ihr spiegelt sich die ganze Not des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe. 170 Sparvorschläge hat der LWL aufgeschrieben. Am Ende werden einige wieder in der Schublade verschwinden, aber das ändert nichts grundsätzlich am großen Sparauftrag.

Manche Maßnahmen dürften die Betroffenen nicht übermäßig schmerzen. Wenn die Arbeitsbefreiung im LWL am Rosenmontag künftig auf einen halben Tag begrenzt wird, dann juckt das nur die größten Narren. Auf der Streichliste stehen aber auch Zuwendungen für die Hilfebedürftigsten unserer Gesellschaft. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe ist einer der größten deutschen Hilfezahler für behinderte Menschen. Nun steht auch diese Unterstützung auf dem Prüfstand. Es sind bisher zwar nur Gedankenspiele, aber wer weiß...?

Der Landschaftsverband mag auf bunte Broschüren verzichten und künftig freie Stellen nicht mehr besetzen. Aber das löst das Problem nicht wirklich. Ohne die Hilfe des Bundes wird der Verband schon bald seine sozialen Aufgaben nicht mehr erfüllen können. Eines verbietet sich indes auch in Zeiten größter Not: Diesen Streit ums Geld, das Feilschen um jeden Cent auf dem Rücken der Behinderten auszutragen.

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