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WAZ: Späte Erkenntnis. Kommentar von Walter Brühl

Essen (ots) - Wenn Bernie Ecclestone jetzt fordert, das Verbot der Teamorder in der Formel 1 aufzuheben, dann kommt er damit streng genommen ein paar Tage zu spät. Denn die 100 000-Dollar-Strafe gegen Ferrari, die das Verbandsgericht Mitte der Woche in Paris bestätigte, hat ja praktisch schon den Preis für die Wiedereinführung jener umstrittenen Maßnahme festgelegt. Angesichts der Riesen-Etats, die von den großen Rennställen in der Formel 1 verpulvert werden, ist die "Gebühr" für den - offiziell verbotenen - Plätzetausch nichts weiter als ein Taschengeld. Und wenn am Ende der Saison dadurch die entscheidenden zehn Punkte für den Gewinn des Fahrer-Titels gewonnen wurden, ist das Geld in den Augen der Formel-1-Macher allemal gut angelegt.

Im Grunde weiß jeder, dass das Verbot nicht durchzuhalten ist. Teamorder - geschickt eingefädelt - ist von außen nicht nachzuweisen. Ferrari wurde mehr für Dummheit bestraft als für den eigentlichen Verstoß. Dafür, dass jeder den Eingriff der Boxen-Crew mitbekam.

Nur um Teams und Fahrern ähnlich durchsichtige "Eiertänze" wie in Hockenheim zu ersparen, soll das Verbot nun fallen. Den Sport auf der Rennstrecke wird die Freigabe nicht verändern. Solange in der Formel 1 Teams unterwegs sind, wird es auch immer Team-Entscheidungen geben.

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