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WAZ: Polizisten kennzeichnen - Leitartikel von Gregor Boldt

Essen (ots) - Was spricht dagegen, dass Polizisten bei Demonstrationen oder Fußballspielen durch einen Namen oder eine individuelle Dienstnummer identifizierbar sind? Aus Sicht der Polizisten eine Menge: Sie befürchten, sich nach Einsätzen privaten Bedrohungen und willkürlichen Anschuldigungen von Randalierern ausgesetzt zu sehen, die sich ungerecht behandelt fühlen. Aus Sicht der Bürger, deren Schutz eine originäre Aufgabe der Polizei ist, jedoch eine Menge dafür: Sollte ein Polizist bei einem Einsatz unverhältnismäßig Gewalt anwenden, wäre er durch eine Dienstnummer auf der Uniform zu identifizieren. Sie wäre ausreichend, um die Privatsphäre des Beamten zu schützen und würde zugleich die Chancen steigern, dass eine Beschwerde bei der Polizei auch zu einer Sanktion des Beschuldigten führt und nicht im Sande verläuft. So viel Transparenz muss auch im Interesse der Polizei liegen, dass sich einzelne Beamte, die sich nicht im Rahmen des Gesetzes verhalten, nicht mehr in der Anonymität der Hundertschaft verstecken können. Eine schnelle Verfolgung dieser Verfehlungen könnte den Ruf der Polizei auch in den Kreisen verbessern, die in ihr bisher ein Feindbild sehen und somit für eine Verringerung des Konfliktpotenzials sorgen.

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