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WAZ: Der Fall Kachelmann - Ein Machtkampf. Kommentar von Angelika Wölke

Essen (ots) - Jörg Kachelmann ist seit Donnerstag wieder frei. Seither versucht er, gutes Wetter in eigener Sache zu machen. Es ist ihm nicht zu verdenken, dass er vor Kameras und Mikrofonen erscheint, dort seine Unschuld bekräftigt. Wie er's gelernt hat in so manchem Sturm: professionell, überzeugend.

Denn sein Ruf ist ruiniert. In einer bisher einzigartigen Kampagne wurden schmutzige Details aus dem Privatleben des bekannten Moderators den Medien zugespielt. Pikant: die Rolle der Staatsanwaltschaft. Am Tag der Verhaftung erklärt sie, dass ein bekannter TV-Moderator wegen Verdachts der Vergewaltigung verhaftet wurde. Schnell macht der Name Kachelmann die Runde.

Als Zitate aus Gutachten publik werden, bleibt die Staatsanwaltschaft ruhig. Sie hätte strafrechtlich dagegen vorgehen können, vielleicht sogar müssen. Ausgerechnet am Tag, nachdem die Kollegen aus Karlsruhe die Staatsanwälte in Mannheim öffentlich maßregeln, indem sie Kachelmann aus der U-Haft entlassen, sickert durch, dass gegen den Moderator ein weiteres Verfahren läuft. Hier geht es nicht nur um die Schuld Kachelmanns. Hier, so scheint es, geht es auch um eitle Machtinstinkte und Karrieren von Staatsanwälten, die vom Promi-Faktor des Angeklagten profitieren möchten.

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