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WAZ: Eine Schande. Kommentar von Theo Schumacher

Essen (ots) - Wer und was die Tragödie bei der Loveparade wirklich ausgelöst hat, ist auch nach dem gestrigen - vorläufigen - Bericht des Innenministers nicht hundertprozentig klar. Die Duisburger Polizei hatte kaum Zeit, alle Fakten zusammenzutragen. Die erhobenen Vorwürfe geben vor allem ihre Sicht der skandalösen Ereignisse wieder. Auch die Stadt und der Veranstalter werden noch angehört werden müssen. Und das Verhalten der Polizei wird weiterhin zu hinterfragen sein.

Dennoch verfestigt sich der böse Verdacht, dass die Organisation zu keinem Zeitpunkt einer Mega-Veranstaltung vom Schlage der Loveparade gewachsen war. Um die Raver-Party mit ihren handfesten wirtschaftlichen Interessen und dem erhofften Image-Gewinn für Duisburg gegen jede Kritik durchzupauken, wurden schwerwiegende Bedenken ignoriert und grobe Sicherheitsmängel in Kauf genommen. Das alles, wie es aussieht, mit behördlicher Erlaubnis.

Allein das Konzept mit einem Tunnel als einzigem Zugang für Hunderttausende hätte niemals akzeptiert werden dürfen. Ein völlig überforderter Ordnungsdienst, zu wenig Sicherheitskräfte, eine Genehmigung auf den letzten Drücker - und gegenseitige Schuldzuweisungen zuhauf. Bezahlen mussten 21 Besucher mit ihrem Leben und viele hundert Menschen, die verletzt sind und traumatisiert. Es ist eine Schande.

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