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WAZ: Verfrühte Hoffnung. Kommentar von Sabine Brendel

Essen (ots) - Es gibt Äußerungen, die überraschen. Zum Beispiel die von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) zu Karstadts Mietpoker. Karstadt-Käufer Berggruen und Vermieter Highstreet hätten sich geeinigt - diese Ministerin-Aussage war den Nachrichtenagenturen eine Eilmeldung wert. Dabei steht die endgültige Einigung noch aus. Doch die Ministerin erreichte, was sie mit ihrem Auftritt bei der Gewerkschaft Verdi bezweckte: Der öffentliche Druck auf die pokernden Parteien steigt. Und sie kann Pluspunkte als vermeintlich engagierte Streiterin für die Rettung Tausender Stellen sammeln.

Der Schein trügt. Denn von der Leyen kann die Karstadt-Parteien, die derzeit um die Höhe der Mietminderungen pokern, nicht beeinflussen - wie auch. Die Ministerin verfolgt (ureigene) politische Interessen. Berggruen sowie Highstreet haben dagegen rein wirtschaftliche Ziele. Öffentlicher Druck im Karstadt-Ringen dürfte sie daher wenig scheren.

Von der Leyen aber nährt mit ihrem Vorpreschen die Hoffnung tausender Beschäftigter - zu früh. Denn der Mietstreit dauert an. Und damit auch das lange Bangen der Karstadt-Mitarbeiter.

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