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WAZ: Wer den Schaden macht, soll zahlen - Kommentar von Gerd Heidecke

Essen (ots) - Auch die Telekom fordert jetzt Geld von ihren Ex-Vorständen, die ihrem Unternehmen mindestens fahrlässig schweren Schaden zugefügt haben, und das ungeachtet einer strafrechtlichen Verfolgung durch die Justiz. Gut so. Damit setzt sich eine Entwicklung in deutschen Spitzenunternehmen fort, die vor zwei Jahren bei Siemens begonnen hatte. Damals ging Aufsichtsratschef Cromme entschieden gegen die ehemalige Führungsspitze um den Vorstandschef von Pierer vor. Bis dahin wurde auch grobes Fehlverhalten des Führungspersonals großer Firmen weggeschwiegen. Am Ende zahlte Pierer fünf Millionen, um einen peinlichen Prozess zu vermeiden. Trotz ihrer Höhe haben auch jetzt die verlangten Summen eher symbolischen Charakter. Eine Millionen Euro weniger werden den Kontoauszug von Klaus Zumwinkel nicht wesentlich schlechter aussehen lassen. Und bei Siemens summierten sich die Ersatzzahlungen nur auf rund ein Prozent des Milliarden-Schadens. Aber für die Balance der sozialen Marktwirtschaft sind Regressforderungen an misswirtschaftende Chefs unschätzbar viel wert. Wer den Schaden macht, soll zahlen.

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