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WAZ: Ungarns Spiel mit dem Feuer. Kommentar von Detlef Fechtner

Essen (ots) - Ungarns neue Regierung stellt sich - vorsichtig formuliert - äußerst ungeschickt an. Allem Anschein nach glaubt die an die Macht gelangte Fidesz-Partei, sich elegant der Einlösung ihrer großzügigen Wahlversprechen entledigen zu können, indem sie möglichst bestürzt darüber tut, welche Haushaltslöcher ihr die Vorgängerin hinterlassen hat.

Das ist in Zeiten, in denen Staaten mit Defizitproblemen ums finanzielle Überleben kämpfen, ein riskantes Spiel mit dem Feuer. Denn an den Finanzmärkten ist die Gefahr eines Flächenbrands - von Griechenland bis Spanien und bis Osteuropa - noch längst nicht gebannt.

Die internationale Finanz-Feuerwehr hält nur mit Mühe - und mit teuren Rettungsprogrammen für den nächsten Noteinsatz - die Schwelfeuer unter Kontrolle. Aber nach wie vor ist die Situation leicht entflammbar.

Ungarns neue Regierende nehmen aus innenpolitischen Gründen leichtfertig Risiken für die Stabilität des Euro in Kauf. Das ist eine Provokation der europäischen Partner. Diese werden sich wohl daran erinnern, wenn Ungarn eines Tages an die Pforte der Währungsunion klopft.

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