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WAZ: Strom ist mehr als eine Preisfrage - Kommentar von Gerd Heidecke

Essen (ots) - Dass die deutschen Strompreise im EU-Vergleich an der Spitze liegen, birgt keine Überraschung. Öko-Steuer und Einspeisevergütung für erneuerbare Energien fordern ihren Aufpreis. Sechs-Komma-Vier Cent über dem EU-Durchschnitt kostet die Kilowattstunde (kWh) den Privatkunden im Land von RWE & Co., das ergibt für den Otto-Normalverbraucher-Haushalt mit seinen 4000 kWh auf dem Zähler eine Mehrbelastung von 256 Euro im Jahr. 20 Euro im Monat, das ist nicht so viel, dass sich wie bei den regelmäßig wiederkehrenden Benzinpreisrekorden der Volkszorn regt. Das reiche Deutschland ist in vielen Dingen ein Hochpreisland, was beispielsweise bei Autos und Dienstleistungen klaglos hingenommen wird. Sicher gibt es Auswüchse, etwa die bis zur Novellierung überdrehte Einspeisevergütung für Solarstrom. Am Sinn des politischen Lenkungsinstruments Strompreis ändert dies aber nichts. In die richtigen Bahnen gelenkt gehört aber auch die Zukunft energieintensiver Industriezweige. Ihnen eine weitere Befreiung vom Aufpreis zu verwehren, vertreibt sie und die Arbeitsplätze nur zu anderen Stromquellen.

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