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WAZ: Klare Maßstäbe für die Retter - Kommentar von Dietmar Seher

Essen (ots) - Der Staat ist in Deutschland in vielen Lebens- und Wirtschaftsbereichen engagiert. Eine Tradition, die den Bürgern Sicherheit bietet. Auch kommunale Betriebe und staatsnahe Organisationen wie Wohlfahrtsverbände erledigen Jobs, die bei den Nachbarn Sache privater Firmen sind. Das fängt beim öffentlichen Nahverkehr an. Es reicht bis zum Transport von Unfallopfern. Das Land ist damit meist gut gefahren. Bisher. Der Wegfall der Grenzen in Europa und freier Wettbewerb in der EU erzwingen aber Veränderungen, die kaum abzuwehren sind. Außerdem stellt sich in Zeiten knapper öffentlicher Kassen die Frage nach größtmöglicher Wirtschaftlichkeit und finanzieller Transparenz. Der Anspruch eines dänischen Konzerns, in Konkurrenz zu alteingesessenen Hilfsverbänden Rettungsdienste einzurichten, ist deshalb eine Herausforderung. Empörtes Abweisen bringt nichts. Zu unterschiedlich wird in Europa bewertet, was tatsächlich Hoheitsaufgabe ist und was wirtschaftliche Tätigkeit. Auch wenn es uns fremd erscheint: Die Nothilfe ist auch anderswo bestimmt nicht schlechter organisiert. Staat und Kommunen bleibt aber, bei der Formulierung ihrer Ausschreibungen klare Vorgaben zu machen und Maßstäbe zu setzen: Dumpingmethoden verspielen das Vertrauen der Menschen. Beim Rettungsdienst geht es um Menschenleben.

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