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WAZ: Das Gegenteil des Atomkonsenses - Kommentar von Stefan Schulte

Essen (ots) - So erbittert sich die Energieriesen Eon und RWE bekämpfen, so einig sind sie sich im Kampf um längere Laufzeiten für ihre Atommeiler. Natürlich sind sie das, jeder Tag, den ein abgeschriebenes Kraftwerk länger läuft, bringt Bares in die Kasse. Da ist man sogar bereit, dem großen Rivalen - freilich gegen einen angemessenen Preis - beim Erhalt eines alten Schätzchens zu helfen. Genau das sollte im Atomkonsens verhindert werden. Die Übertragung von Strommengen ist zwar ausdrücklich vorgesehen, gedacht wurde aber an die Übertragung von alten auf neue Meiler, damit die modernsten länger laufen können und die störanfälligen früher abgeschaltet werden. Aus genau diesem Grund hat Ex-Umweltminister Gabriel mehrfach eine Übertragung von Reststrommengen auf Biblis A untersagt. Bei der neuen Regierung dürfte RWE auf mehr Verständnis stoßen. Doch gleich, wie man zur Verlängerung der Laufzeiten steht: Wer sie damit begründet, dass Atomkraft eine sichere Technik sei, auf die man noch nicht verzichten könne, bleibt nur glaubwürdig, wenn die moderneren Meiler am Netz bleiben, nicht die alten.

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