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WAZ: Das Schmiergeld und die Folgen - Kommentar von Thomas Wels

Essen (ots) - Wenn nicht alle Zeichen trügen, könnte Matthias Mitscherlich am Montag seinen Job als Ferrostaal-Chef und das Ruhrgebiet einen wichtigen Förderer der Kultur- und Wirtschaftsszene verlieren. Das darf man unabhängig von staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen bedauern, wie es im Übrigen die Mitarbeiter auch tun. Mitscherlich, Sohn der Psychologen Margarete und Alexander Mitscherlich, gilt als ausnehmend freundlicher und angenehmer Chef. Korruption, Bestechung, Schmiergeld - all das sind Vorwürfe, die heutzutage (siehe Siemens) ein Unternehmen auf den Kopf stellen. Und der Chef trägt nun mal die Gesamtverantwortung. Der Imageschaden ist enorm, die Geldstrafe gewaltig. Es ist wichtig, diese Delikte zu verfolgen, zur Lebenserhaltung der Marktwirtschaft. Korruption hebelt den Wettbewerb aus und führt dazu, dass sich nicht die besten, sondern die bestgeschmierten Produkte am Markt durchsetzen. Die Welt aber ist nicht überall gleich gut. Wer sauber bleiben will, wird in und mit einigen Ländern kein Geschäft mehr machen können. Das erfordert zuweilen den Umbau langjähriger Geschäftsmodelle. Zumal bis 1998 Auslands-Schmiergeld steuerlich absetzbar war.

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