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WAZ: Hilfe und Trost aus Datteln. Kommentar von Petra Koruhn

Essen (ots) - Tausende Kinder sterben jährlich, weil noch keine Therapie gefunden wurde, die ihr Leben retten kann. Es ist eine Tragödie, auch für Eltern, die sich mit der Trauer um das sterbende Kind oft allein gelassen fühlen. Gut, dass Datteln mit dem Kinderpalliativ-Zentrum ein Signal setzt.

Palliativmedizin, also eine Medizin, die Schmerzen lindert, gerät erst nach und nach ins Bewusstsein der Ärzte. Wie lange hat es gedauert, bis wir über Hospize für todgeweihte Erwachsene verfügen konnten?

Kinder jedoch benötigen eine andere Sterbebegleitung als Erwachsene. Wenn ein Kind unheilbar krank ist, weil es zum Beispiel unter einer schweren Stoffwechselstörung leidet, kann es noch Jahre leben. Dann geht es darum, ihm eine kindgerechte Schmerztherapie zu bieten. Kinder werden viel zu oft wie Mini-Erwachsene behandelt, weil es an Wissen fehlt. Ja, die Medizin für Kinder wird vernachlässigt; auch weil sie für die Pharma-Industrie uninteressant ist. Es klingt zynisch, aber zu wenige Kinder sind sterbenskrank, als dass sich industrielle Forschung "lohnt".

Das Zentrum in Datteln wird Eltern Hilfe sein, vielleicht sogar Trost. Weil sie wissen, dass die Medizin hier genau auf die Bedürfnisse ihres Kindes ausgerichtet ist. Palliativmedizin heißt vor allem: Das Leben bis zum Ende lebenswert gestalten.

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