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WAZ: Vier Deutsche in Afghanistan getötet - Zynischer Triumph. Kommentar von Dirk Hautkapp

Essen (ots) - Zynischer kann ein Triumph nicht sein. Karl-Theodor zu Guttenberg war auf dem Heimweg von einem Trauerbesuch, als ihn der Tod wieder zurückholte nach Afghanistan. Die Taliban haben mit ihrem Raketenangriff nicht nur die Reisepläne des Verteidigungsministers durchkreuzt. Sie haben ihn auch auf das Menschenverachtendste beim Wort genommen. Guttenbergs Mahnung nach dem schwarzen Karfreitag, dass weitere Verluste für die Bundeswehr in der Natur der schrecklichen Sache liegen können, hat sich ohne Zeitverzug bewahrheitet.

Und das in exakt dem Fahrzeugtyp, den Guttenberg gerade eilends 60-fach nachbestellen ließ, um der Truppe schon bald mehr kriegstaugliche Schutzausrüstung im Norden des umkämpften Landes zu bieten. Welchen Eindruck das auf den Gegner macht, hat man gestern gesehen. Wir kriegen euch - wann und wo immer wir wollen. Diese Botschaft wird in Berlin Widerhall finden.

Die Feinde Afghanistans zwingen der deutschen Öffentlichkeit und den deutschen Politikern im Bundestag eine Frage auf, die mit jedem weiteren Sarg, der auf dem Bundeswehrflughafen in Köln-Wahn landet, nur noch mit Notlügen zu beantworten ist: Wie viele Tote wollen wir, können wir in dieser hoffnungsarmen Mission noch ertragen?

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