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WAZ: Kunden zahlen für Funkfrequenzen - Versteckte Steuer - Leitartikel von Wilfried Beiersdorf

    Essen (ots) - Man kann nur hoffen, dass die Vertreter der Mobilfunkfirmen bei der Frequenz-Auktion für die mobilen Multimedia-Kanäle gute Nerven haben. Die Erfahrungen aus dem Jahr 2000 sollten Warnung genug sein. Als der Staat damals wie auf einem orientalischen Basar die Lizenzen für den seinerzeit neuen Mobilfunk-Standard UMTS versteigerte, gab es für die Mobilfunkkonzerne kein Halten mehr: Die 50 Milliarden Euro Frequenzkosten, auf die sich die Bieter damals hochschaukelten, freuten zwar den Finanzminister, doch für die Branche wurde die Quasi-Steuer zum Bremsklotz. Das vom Staat kassierte Geld fehlte beim UMTS-Netzausbau und hemmte wegen der hohen Tarife die Nachfrage. Deutschland blieb im internationalen Vergleich bei mobiler Telekommunikation zurück. Denn die Regierungen anderer Länder waren nicht alle so geldgierig und einige vergaben die Funklizenzen gegen eine geringe Gebühr. Selbst wenn diesmal - nach Schätzungen - nur zehn Milliarden Euro an den Finanzminister gehen sollten, muss dieses Geld irgendwo herkommen. Die Kunden, die demnächst daheim und unterwegs über Funk ins Internet gelangen, sollten sich über relativ hohe Preise also nicht wundern.

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