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WAZ: Tempolimit auf Abruf. Kommentar von Dietmar Seher

Essen (ots) - Hessens schwarz-gelbe Regierung hat einen Coup gelandet: Pünktlich zum Osterverkehr schafft sie auf 80 Kilometern Autobahn das Tempolimit ab. Was viele Urlauber als willkommene Verkürzung der Reisezeit nach Süden registrieren werden, ist für Klimaschützer und Oppositionsparteien die pure Provokation. Denn es geht nicht alleine um verbesserte Sicherheit auf den jeweiligen Strecken durch neue Fahrbahndecken. Es geht, wie beim Thema Tempo seit jeher, um die große ideologische Auseinandersetzung: "Vorrang für freie Fahrt" gegen "Rettet das Weltklima". Zwei Glaubensrichtungen streiten da. Es ist ein so überflüssiger Streit. Er ist technisch einfach überholt. Die rot-weißen Verbotsschilder gehören genau so der Vergangenheit an wie der hemmungslose Macho-Tritt aufs Gaspedal. Ausgerechnet der ADAC, der große Temposünder der 80er-Jahre, weist den Ausweg. Er macht massiv mobil für den Aufbau von Signalbrücken an unseren Autobahnen. Richtig so. Die Verkehrsüberwachung gibt dann elektronisch ein Stück Strecke frei: Für Tempo 80, Tempo 130 oder auch ohne Limit - je nach Sicherheits-, Abgas- oder Lärm-Lage. Besser und auch staufreier zu steuern ist Autoverkehr kaum. Was wiederum dem Klima hilft. Wir brauchen viel mehr davon. Anlagen auf zehn Prozent der Strecken, wie in NRW? Das ist Steinzeit. Pressekontakt: Westdeutsche Allgemeine Zeitung Zentralredaktion Telefon: 0201 / 804-6528 zentralredaktion@waz.de Original-Content von: Westdeutsche Allgemeine Zeitung, übermittelt durch news aktuell

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