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WAZ: Regulierungswut statt guter Plan. Kommentar von Sven Frohwein

Essen (ots) - Brot, so fanden schon unsere Großmütter, ist gesund. Brüssel ist da anderer Meinung. Zu viel Salz sei drin, sagen die Eurokraten, gesund dürfe deshalb künftig nicht mehr draufstehen. Die deutschen Bäcker sind auf dem Baum, fürchten um ihren Ruf. Und der Verbraucher? Der ist reichlich verunsichert. Was kann, was darf ich eigentlich noch essen? Fakt ist: Zu viel Salz ist ungesund - egal ob in Brot oder Wurst. Salz sorgt für hohen Blutdruck und erhöht damit das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Weniger Salz macht also Sinn. Trotzdem hinterlassen die Brüsseler Pläne einen bitteren Beigeschmack. Gerade noch kippte das EU-Parlament die Lebensmittelampel, die Verbrauchern eine ordentliche Orientierung gewesen wäre. Jetzt plant die EU Werbeverbote für ge-sundheitsbezogene Bezeichnungen, wenn diese nicht den Fakten entsprechen. Aber beim deutschen Brot? Der EU-Logik folgend heißt das dann auch, dass pappiges Weißbrot aus Holland gesünder ist als Vollkornbrot. Ist ja weniger Salz drin. Das klingt eher nach Regulierungswut als nach einem guten Plan. Muss wohl was dran sein. Pressekontakt: Westdeutsche Allgemeine Zeitung Zentralredaktion Telefon: 0201 / 804-6528 zentralredaktion@waz.de Original-Content von: Westdeutsche Allgemeine Zeitung, übermittelt durch news aktuell

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