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WAZ: Gefühlte Sicherheit. Kommentar von Walter Bau

    Essen (ots) - Würde Reinhard Mey sein Lied "Über den Wolken" heute schreiben - er müsste umdichten. In Zeiten der allgegenwärtigen Terrorgefahr ist aus der grenzenlosen Freiheit für Passagiere ein enges Zwangskorsett von Verboten und Auflagen geworden, die die Flugreise vom entspannten Vergnügen zur nervtötenden Plackerei machen.

      Einschränkungen beim Handgepäck und immer schärfere Kontrollen,
die wiederum eine immer frühere Anreise zum Flughafen erfordern,
setzen der Freiheit enge Grenzen. Ob sie auf der anderen Seite die
Flugsicherheit tatsächlich erhöhen, ist fraglich. Dies zeigt der
jüngste Fall des nur knapp gescheiterten Anschlags in einer
US-Passagiermaschine.

      Man kann den Eindruck gewinnen, die Kontrollen dienten nicht
zuletzt dem Zweck, dem Fluggast das Gefühl einer absoluten Sicherheit
vorzugaukeln, die es so nicht gibt. Statt technisch aufzurüsten wäre
es sinnvoll, die Aufklärung im Vorfeld zu verbessern. Der Attentäter
von Detroit stand längst auf der Verdächtigenliste der
US-Geheimdienste. Dass er dennoch unbehelligt in den Jet steigen
konnte, ist unfassbar. Hier hilft kein Nacktscanner, sondern solide
Ermittlerarbeit.

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