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WAZ: Bagatellkündigungen - Keine Kleinigkeit. Kommentar von Ulrich Schilling-Strack

Essen (ots)

Bagatellkündigung, das haben wir lernen müssen, ist
ein Begriff mit dem Schwergewicht auf dem zweiten Teil. Kündigung 
bedeutet: Da verliert einer seine Arbeit. Vielleicht auch seine 
Würde, mit Sicherheit aber den Glauben an die Gerechtigkeit.
 Das sollte man nicht vergessen bei einer populären Diskussion, die 
inzwischen viele Ansatzpunkte umfasst, bei der aber auch so mancher 
einfach mal seinen Senf dazutut.
 Letztlich stehen sich wieder mal zwei Systeme gegenüber, und 
ziemlich unversöhnlich. Im Strafrecht gibt es den Begriff des 
Mundraubs. Wer Hunger hat und einen Apfel klaut, wird vom Gesetz 
anders behandelt als ein Bankräuber. Im Arbeitsrecht gibt es so etwas
nicht. Schon der Verdacht reicht aus, um einen Angestellten 
rauszuwerfen.
 Da geht es dann auch mal ganz konkret um eine Frikadelle, die beim 
Büffet fehlt, oder einen Pfandbon, dessen Herkunft zweifelhaft ist. 
Warum in solchen Fällen nicht erstmal der übliche Katalog 
herangezogen wird, also ins Gebet nehmen, Verwarnung, Abmahnung, ist 
schleierhaft. Dass gleichzeitig Manager, die Milliarden in den Sand 
setzten, mit hohen Abfindungen herauskomplimentiert werden, ist auch 
nicht hilfreich. Letztlich müssen Recht und Gerechtigkeit 
harmonisiert werden. Auch das ist wahrlich keine Kleinigkeit.

Pressekontakt:

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Zentralredaktion
Telefon: 0201 / 804-6528
zentralredaktion@waz.de

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