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WAZ: Das "Wort des Jahres" - Schöner abwracken - Leitartikel von Jens Dirksen

Essen (ots) - Allmählich kommt man doch durcheinander mit den vielen "Worten des Jahres". Gerade erst hat man den englischen Ausverkaufsbegriff "Sale" als "nervigstes Wort des Jahres" angeprangert, da kommt nun die Gesellschaft für deutsche Sprache mit dem "Wort des Jahres" um die Ecke. Bald rücken dann kritische Sprachwissenschaftler auch noch mit dem "Unwort des Jahres" heraus und brandmarken wieder Zynismen wie "sozialverträgliches Ableben" oder Verschleierungsblabla wie "Kollateralschäden" oder "notleidende Banken". Aber wie das so ist: Je mehr "Wörter" es gibt, desto weniger hören wir zu - so viele Wörter, das klingt schon nach Gerede. Das wahre Wort des Jahres dürfte ohnehin "Finanzkrise" sein. Aber das hat schon 2008 den Titel errungen. Ja, "Abwrackprämie" ist ein neues Wort und es war in diesem Jahr in aller Munde. Aber zum ersten Mal seit langem wurde ein Begriff mit eingebautem Verfallsdatum ausgesucht; wer weiß, ob es für einen Eintrag in die nächsten Auflagen der Wörterbücher noch reicht. Denn die Prämie wird ja schon seit September nicht mehr gewährt. Und es wird sie hoffentlich nie wieder geben. Pressekontakt: Westdeutsche Allgemeine Zeitung Zentralredaktion Telefon: 0201 / 804-6528 zentralredaktion@waz.de Original-Content von: Westdeutsche Allgemeine Zeitung, übermittelt durch news aktuell

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