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WAZ: Glück wächst nicht mit - Kommentar von Julia Emmrich

    Essen (ots) - Es klingt ein wenig esoterisch, aber die Sache ist zumindest bedenkenswert. Münsteraner Forscher haben ein "Glücks-BIP" entwickelt, ein Messinstrument vergleichbar mit dem Bruttoinlandsprodukt, das allerdings nicht nur die Wirtschaftsleistung eines Landes misst, sondern auch die Zufriedenheit der Bewohner. Das Ganze steckt jedoch noch in den Kinderschuhen.

      Bislang nutzen die Forscher die Daten aus dem Sozio-Ökonomischen
Panel - einer gigantischen Umfragemaschine des Deutschen Instituts
für Wirtschaftsforschung. Falls sich das Münsteraner Glücks-BIP zu
einer festen Größe in der wirtschaftspolitischen Debatte entwickeln
soll, müssen eigene Umfragen her.

      Das erste Ergebnis jedoch - die Wirtschaft wächst, das Glück
stagniert - ist Wasser auf den Mühlen derjenigen, die schon lange
kritisieren, dass das Wachstum der letzten Jahre ein
gesellschaftliches Nullsummenspiel war und die Deutschen gut daran
täten, sich auf das Ende der Fahnenstange einzustellen. Anders
gewendet ist es eine gute Nachricht: Das Glücks-BIP zeigt, wie stabil
die Zufriedenheit der Deutschen in den letzten 20 Jahren war. Krisen
hin oder her.

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