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WAZ: Solidarität geht anders - Kommentar von Michael Kohlstadt

    Essen (ots) - Es geht drunter und drüber in der Dortmunder SPD. Eine Partei zerlegt sich selbst - und damit das Vertrauen in die Politik. Plötzlich wollen die Genossen nicht mehr so, wie ihr frisch gewählter Oberbürgermeister Ullrich Sierau will. Was für ein Debakel!

      Sieraus Ankündigung, gegen eine Wahlanfechtung nicht klagen zu
wollen, hatte am letzten Freitag eigentlich alles klar gemacht für
eine Neuauflage der Kommunalwahl. Nach dem Eklat um "Haushaltslüge"
und 100-Millionen-Loch atmete nicht nur die größte Stadt des
Ruhrgebiets spürbar auf. Bis hinauf zur Spitze der Landes-SPD reichte
die Welle der Erleichterung.

      Und nun das: Offenbar fühlen sich Teile der Partei überrannt vom
Vorpreschen Sieraus. Dass der 53-Jährige mutterseelenallein vor die
Presse trat, erscheint da heute in völlig neuem Licht. Seine Fraktion
hat er jedenfalls nicht hinter sich. Geschlossenheit sieht anders
aus. Solidarität auch. Offenbar verhält es sich so, dass der ein oder
andere Mandatsträger fürchtet, nach dem neuerlichen Urnengang leer
auszugehen bei der Pöstchenvergabe. Da pfeift man schon mal auf eine
sonst so gern gerühmte sozialdemokratische Tugend.

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