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WAZ: Missbrauchte Bühne. Kommentar von Klaus Wille

    Essen (ots) - Man muss nicht lange suchen, um Berichte zu finden über Bundesligaspiele, bei denen es zu Massenschlägereien gekommen ist, bei denen es Verletzte gab, bei denen die Polizei eingreifen musste. Das klingt in der Häufung dramatisch, aber man darf nicht übersehen: Der Besuch eines Bundesligaspiels ist für den ganz normalen Zuschauer gewöhnlich ein ungetrübtes und vor allem sicheres Vergnügen.

      Trotzdem spiegelt die Gewalt rund um den Fußball Entwicklungen
wieder, die typisch sind für unsere Gesellschaft: Die Schläger werden
jünger, brutaler. Aber das ist kein Problem des Fußballs: Auch
Alkohol wird inzwischen von 14-Jährigen in einem Ausmaß konsumiert,
das vor Jahren als undenkbar galt.

      Weil der Fußball so populär ist, wird er als Bühne missbraucht.
Von denen, die oft keine Perspektive haben und um die sich kaum
jemand kümmert. Schläger zu bestrafen, ist die eine Sache. Sie erst
gar nicht in dieses Milieu abrutschen zu lassen, die andere. Aber
wer, wie Bund und Land, an Fan-Projekten spart, oder wie Vereine
lieber noch einen teuren
Star kauft, wird mit sozialen Auswüchsen leben müssen, die niemand
wollen kann.

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