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WAZ: Lage der Nation in Russland - Klare Worte - Leitartikel von Gudrun Büscher

    Essen (ots) - Respekt! Selten hat ein Staatschef so klare Worte gefunden für den Zustand seines Landes wie der russische Präsident Dmitri Medwedew in seiner jährlichen Rede zur Lage der Nation. Und die Nation liegt gar nicht gut. Medwedew nannte sein Land "chronisch rückständig" und trat damit seinem Vorgänger im Amt, Regierungschef Putin, mächtig auf die Füße. Medwedew kündigte an, das Land zu modernisieren und dabei mehr Offenheit und Demokratie zu wagen. Er sprach die Korruption bei Polizei, Geheimdiensten und in der Politik an und rückte von der Mär ab, internationale Terroristen seien für die Unruhen im Nordkaukasus verantwortlich. Das ist ein Versuch, aus Putins Schatten herauszutreten. Ob das gelingt, ist fraglich. Die erste Halbzeit seiner Amtszeit macht da eher wenig Hoffnung. Die richtigen Worte zu finden, reicht zum Regieren nicht aus - diese Erfahrung macht auch der amerikanische Amtskollege Obama gerade. Medwedew muss Taten folgen lassen. Und die elf russischen Zeitzonen zu vereinheitlichen, wie der Präsident es andenkt, ist dafür einfach zu wenig.

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