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WAZ: Schulen im Lernprozess - Kommentar von Sigrid Krause

    Essen (ots) - Jede zweite Familie im Land würde ihr Kind am liebsten auf eine Privatschule schicken. Auch wenn der Verband selbst die Umfrage initiierte - das Ergebnis muss Schulen und verantwortliche Politiker alarmieren. Die wachsende Unzufriedenheit mit dem öffentlichen Schulsystem ist mehr als ein Image-Problem.

      Tatsächlich sind viele pädagogische Konzepte, die heute als
"innovativ" gelten, seit vielen Jahren bewährter Alltag in
Montessori-, Waldorf- oder anderen freien Schulen. Dass deren
erfolgreiche Lehr- und Lernkonzepte in der Breite eingeführt werden,
ist überfällig und geschieht viel zu langsam.

      Auch deshalb verfestigt sich der Eindruck, "Privat" sei bereits
das Gütesiegel für exzellente Bildung. Doch nicht hohes Schulgeld,
sondern gute und begeisterungsfähige Lehrkräfte sind Garanten dafür,
dass Kinder ihre Schulzeit als lebendige, fruchtbare Jahre erleben.

      Eltern fordern zu Recht "mehr Qualität" in den Schulen. Sie
sollten aber auch erkennen, wo erstklassige Bildungsarbeit (längst)
geleistet wird. Gute Lehrer, gute Schulen laut zu loben, tut denen
gut. Und macht zugleich allen anderen Dampf - egal, ob sie "Privat
oder Staat" sind.

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