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WAZ: Unterschätzte Freiheit - Kommentar von Frank Stenglein

    Essen (ots) - Mit der Freiheit ist es so eine Sache. Man vermisst sie erst richtig, wenn sie fehlt. Wenn sie Routine geworden ist, mag man ihrer sogar überdrüssig sein und sie für manche Härte im Leben verantwortlich machen. Nicht zufällig reden Politiker - von den Linken bis zur CDU - in letzter Zeit von Gleichheit und Sicherheit öfter und mit mehr Wärme als von Freiheit. Umfragen zeigen: Vielen sprechen sie damit aus der Seele.

      Eine solche Haltung ist in unsicheren Zeiten verständlich, stellt
die Dinge aber dennoch auf den Kopf. Genau daran erinnern der 9.
November 1989 und die Entwicklung, die zu diesem Tag führte. Es waren
ganz normale Deutsche, die unter Inkaufnahme von Gefahren ihr Recht
auf Freiheit ertrotzten und den "sozialen" Laufstall DDR hinter sich
ließen.

      Warum taten sie das? Der Freiheit scheint etwas Kaltes,
tendenziell Ungerechtes innezuwohnen und ganz falsch ist das nicht.
Freiheit macht Unterschiede, manchmal krasse, sie schafft keine
perfekte Welt. Gleichzeitig ist ohne Freiheit alles andere nichts.
Der 9. November erzählt von einer großen Sehnsucht. Nicht zum ersten
Mal in der Geschichte und bestimmt nicht zum letzten Mal.

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