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WAZ: Karsai Wahlsieger in Afghanistan - Überlebenskampf. Kommentar von Willi Germund

    Essen (ots) - Das Theater um die Präsidentschaftswahl in Afghanistan hat endlich ein Ende. Es wäre unverantwortlich gewesen, den Urnengang angesichts der prekären Sicherheitslage mit nur einem Kandidaten durchzuziehen, nur um der Form Genüge zu tun. Zurück bleibt eine ganze Riege von Blamierten. Präsident Hamid Karsai betrog mit seinen Leuten beim ersten Wahlgang im August, dass sich die Balken bogen. Diesen Ruf wird der Regierungschef, dessen Ministerriege während der vergangenen fünf Jahre überwiegend Korruption und Misswirtschaft produzierte, nicht mehr los. Die westlichen Nato-Staaten und die UNO machten sich mit ihrem Versuch lächerlich, nach der Wahlfarce per Überprüfung der Wahlergebnisse noch etwas Glaubwürdigkeit aus dem Hut zu zaubern. Zurück bleibt ein tief gespaltenes Land, das vor der schwierigsten Bewährungsprobe seit dem Jahr 2001 steht. Ein unglaubwürdiger Präsident Karsai, eine ratlose Nato und konzeptlose westliche Verbündete kämpfen gegen die stärker werdenden radikal-islamischen Talibanmilizen um das Überleben der Regierung in Kabul. Sie haben nur noch eine kleine, ja minimale Chance.

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